| Sehschärfe und Gesichtsfeld
Im Zentrum des Sehens bzw. an der
Stelle des schärfsten Sehens (gelber Fleck,
Macula) ist jedem Zapfen eine Nervenzelle zugeordnet.
In der Peripherie sieht dies anders aus, dort
sind einzelne Stäbchen durch einzelne Nervenzellen
zu Gruppen zusammengefasst, woraus sich die relative
Unschärfe des peripheren Gesichtsfeldes erklären
lässt. Dieses Phänomen der synergistischen
Reizverarbeitung findet man auch bei anderen Sinnesqualitäten
(z.B. beim Tastsinn), was wiederum die Übertragbarkeit
von neurophysiologischen Details auf das ganze
Nervensystem des Menschen zeigt. Die Beweglichkeit
des Augapfels gleicht den Mangel an peripherer
Sehschärfe aus. Das Gesichtsfeld des Menschen
wird allerdings letzten Endes anatomisch begrenzt.
Größtenteils decken sich die Gesichtsfelder
beider Augen, das Gehirn formt allerdings ein
Bild aus den teilweise doppelten Informationen
beider Netzhäute.
Die Sehschärfe des menschlichen
Auges wird durch den Abstand der Sinneszellen
(Zapfen) untereinander begrenzt. Zwei verschiedene
Bildpunkte werden nur dann getrennt wahrgenommen,
wenn sie auf zwei verschiedene Zapfen fallen,
zwischen denen mindestens ein Zapfen liegt. Die
Impressionisten verkannten diesen Sachverhalt.
Im Gegensatz zu ihren Annahmen mischen sich auf
der Netzhaut nicht etwa die Farbpunkte miteinander,
im Gegenteil: das Flimmern und Leuchten der  impressionistischen
Bilder entsteht gerade durch den Versuch
des Auges, die einzelnen Farbpunkte voneinander
abzugrenzen.
Mit Hilfe von Landolt-Ringen kann
man die Sehschärfe testen, indem man die
Ringe in unterschiedlichen Entfernungen vor das
Auge hält. Der Augenarzt Edmund Landolt (1876-1926)
entwickelte diese Methode zur Sehprüfung.
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| Daniel Ketteler |
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