Sinne und Synapsen ist ein Projekt des Instituts für Germanistische und Allgemeine Literaturwissenschaft der RWTH Aachen.

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Projektleitung:
Dr. Christine Emig
Prof. Dr. Monika Fick

Fremde Räume.
Bewegung und Visualisierung in Rilkes Lyrik

Das Gedicht Die Gazelle Zeichensprache kann die Gestaltung einer neuartigen Wahrnehmung vor Augen führen. Transponierung der wogenden, unabschließbaren »Innenwelt« in sichtbare Äquivalente geht zusammen mit Verfremdungseffekten; Entfremdungsstrategien für sinnliche Wahrnehmung – »den Waldsee im gewendeten Gesicht«. Neue, dezentralisierende Wahrnehmungsweisen für neuartigen Innenwelt-Umwelt-Bezug? Schaffung neuer Umwelten, neuartiger Raumimaginationen für neue Erlebnisweisen? Diskursive Entsprechungen: Rilke entwickelt das Konzept der »intransitiven Liebe«, um den Neuansatz seiner Liebesauffassung und Gottesvorstellung anzudeuten. Nicht von der »intransitiven Liebe« zu trennen, dabei noch offenkundiger eine Umkehrung und Umwertung der Wahrnehmung auslösend, ist bei Rilke die Todeserfahrung Bewusstseinserweiterung und Daseinserweiterung.


Monika Fick; n.a.